Kulturausschuss debattiert über die neue Dauerausstellung im Stadtmuseum
Die Gestaltung der neuen Dauerausstellung zur Stadtgeschichte im Stadtmuseum in Halle (Saale) soll von einem externen Kurator übernommen werden. Darauf hat sich der Kulturausschuss am Mittwoch verständigt. 6 Räte votierten für den Vorschlag der CDU-Fraktion, drei stimmten mit Nein und ein Stadtrat enthielt sich.
Zuvor wurde kräftig über das Für und Wider und ein von Interimschef Ralf Jacob vorgelegtes Museumskonzept debattiert. Die städtischen Museum hätten genügend wissenschaftliche Kompetenz, um diese Aufgabe allein erledigen zu können, erklärte Erwin Bartsch (Linke). Man sollte sich lieber auf das Potential im eigenen Haus konzentrieren. Ähnlich äußerte sich Günter Kraus (Sachkundiger Einwohner). “Wir haben kompetente Leute im Haus und das Konzept ist durchaus vertretbar.“ Für einen Kurator sprach sich hingegen Robert Bonan (SPD) aus. “Das Konzept wirkt für mich nicht als geschlossener Text.” Katharina Rommel (Linke) sah zwar gute Ansätze im Konzept. “Aber die Tiefe fehlt.” Noch deutlichere Worte fand Ulrike Wünscher (CDU). “Seit 8 Jahren reden wir über ein Konzept.” Sie glaube nicht, dass dieses in so kurzer Zeit urplötzlich im Museum erstellt werden soll, wo es doch all die Jahre nicht geklappt habe. Das von Jacob vorgelegte Papier liege weit hinter dem zurück, was der alte Direktor Christian Hirte präsentiert habe.
Kulturdezernent Tobias Kogge machte deutlich, dass die Stelle eines Kurators aus den für die Stelle eines Museumsleiters vorgesehenen Mittel beglichen werden müsse. Seit dem sich die Stadt vom alten Direktor Christian Hirte getrennt hat, ist der Posten unbesetzt und wird von Stadtarchivar Ralf Jacob übergangsweise bestritten. Im April läuft die einjährige Sperre der Stelle aus, dann stünden wieder Mittel zur Verfügung. Und mehrere Stadträte machten deutlich, dass sie diese Mittel gleich richtig einsetzen wollen. Sie halte nichts von Übergangslösungen, meinte Ines Brock (Grüne). Den Aufwand solle man lieber in die Suche nach einem Museumsdirektor stecken. Das sah Detlef Wend (SPD) ähnlich. “Wenn wir einen Kurator einstellen, schieben wir die Direktorenfrage weiter vor uns her.”
Im Anschluss an die Entscheidung erläuterte Stadtarchivar Jacob noch einmal das Museumskonzept. Neuer Eingangsbereich soll das Hoftor werden (HalleForum.de berichtete). Dort soll auch ein neuer Empfangsbereich in der Galerie entstehen. Auch einige Vorstellungen für die Gestaltung der Ausstellung legte Jacob vor. So solle ein Museum zum Erleben entstehen. “Wir wollen das Stadtmuseum zu einem Museum der Objekte machen, zu einem Ort wo die Originale liegen.” Ein Stadtmodell, das Halle im 17. Jahrhundert zeigt, soll um audiovisuelle Punkte erweitert werden. An Exponaten werden unter anderem eine Stundenglocke aus dem Jahr 1601, eine Standarte zum Hubertusburger Frieden und ein historisches Kastenschloss aus dem 17. Jahrhundert. Insgesamt sind 12 Themenbereiche vorgesehen. Dabei soll eine Vielzahl von Objekten auch angefasst werden dürfen.
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