Werke von George Antheil und Igor Strawinsky stehen am Dienstag auf dem Programm
Am Dienstag um 19.30 Uhr lädt die Staatskapelle Halle zu einem Konzert ihrer „K-Reihe“ in das neue theater ein. Besucher erwartet ein multikultureller Abend bevor, der wunderbar frischen Wind durch die Ohren pusten sol. Auf dem Programm stehen im ersten Teil zwei Kompositionen des 1900 in Trenton (New Jersey) geborenen und 1959 in New York gestorbenen Komponisten und Pianisten deutscher Abstammung George Antheil. Er, der sich selbst auch als »bad boy of music« bezeichnete, lebte zunächst in Berlin, bevor er 1926 nach Paris ging und dort als Avantgardist von den einen geschätzt (darunter vor allem Aaron Copland) und den anderen mit Tumulten bedacht wurde.
Nach dem ausbleibenden Erfolg bei Publikum und Kritikern sowie aus Gründen der politischen Entwicklung verließ er Europa 1933 und siedelte wieder in die USA über, wo er sich dann verstärkt dem Musiktheater und der Filmmusik zuwandte. Seine JAZZ SYMPHONY entstand 1925 und benötigt eine große Bläserbesetzung sowie allein drei Pianisten, darunter einen Solisten. Weil diese große Besetzung aber oft den Rahmen sprengt, hat Antheil das Werk 1955 für reduzierte Besetzung bearbeitet, die hier zur Aufführung kommt. Den Solopart übernimmt dabei der 1970 in Griechenland geborenen Antonis Anissegos.
Unter der musikalischen Leitung von Hans Rotman erklingen außerdem Antheils JAZZ-SONATE für Klavier und Orchester sowie zum Abschluss Igor Strawinskys Ragtime for 11 instruments. Um 1922 lernten sich die beiden Komponisten wohl kennen. Antheil äußerte über Strawinsky: »Er war mein Held. Ich betete das Gehirn an, das jenes ungeheure, welterschütternde ›Sacre du printemps‹ konzipiert, die Finger, die ›Die Geschichte vom Soldaten‹, den ›Renard‹, ›Petruschka‹ und den ›Feuervogel‹ geschrieben hatten.«
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