Hallescher Katastrophenschutz übte den Ernstfall
Großeinsatz am Samstagnachmittag in Halle-Ammendorf. Am einstigen Friedengymnasium hat die Berufsfeuerwehr den Ernstfall geprobt. 40 Kräfte von ABC-Erkundungseinheit und Zentraler Messeinheit waren im Einsatz.
Das Szenario: ein Schüler hat auf einem Schrottplatz illegal entsorgten radioaktiven Abfall (Kobalt 60) gefunden. Der war phosphorisierend, leuchtete also. Spannend so etwas, also zeigte der Junge seinen Fund den Klassenkameraden. 26 weitere Kinder kamen mit dem Stoff in Kontakt, verteilten die radioaktiven Teilchen im Schulgebäude, Inspiriert wurden die Einsatzkräfte für ihr Übung zur den Quecksilberfund vor einem halben Jahr.
Mit Messgeräten ausgerüstet nahmen die Einsatzkräfte das Schulgebäude unter die Lupe. Jede Ecke des Gebäudes musste mit dem Kontaminationsnachweis-Gerät unersucht werden. In der ersten Etage piepte es dann. Hier also hat der Junge mit dem Material gespielt. Nun hieß es, den Bereich abzusichern. Unter anderem bauten sie eine Schleuse. In Filmen sieht man oft aufblasbare Sicherheitsschleusen. Die gibt es in Halle nicht. Sie würden gar keinen Sinn machen, war von der Einsatzleitung zu erfahren, seien die Beschaffenheiten doch in jedem Haus anders. Holz, Folie, Bohrmaschine und Elektrotacker - mehr brauchst es nicht. Das alles bekommen die Einsatzkräfte auch in herkömmlichen Baumärkten. Im Ernstfall kann man das dort beschlagnahmen.
Am Ende zogen die Verantwortlichen ein positives Fazit. Fehler seien wichtig, daraus würde die Katastrophenschutzeinheit lernen, so der stellvertretende Einsatzleiter Frank Schulz sagte. Rund 400 Übungsstunden im Jahr muss jeder von ihnen ableisten. Die Übungen sind wichtig. Denn um die Funktionsfähigkeit von Rathäusern, Bahnhöfen und anderen öffentlichen Gebäuden nicht zu gefährden, werden nur einzelne Bereich abgesperrt.
Zum Einsatz kamen auch die beiden ABC-Erkundungsfahrzeuge der Stadt. Außerdem wurde am Rande noch informiert, wie teuer so ein Einsatz ist. Allein die Einweganzüge kosten 1600 Euro.

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