350 Helfer zeigten am Samstag in Halle ihr Können
Gasexplosion mit einem Toten und zwei Schwerverletzten an der Ulrichskirche, Motorradunfall in der Schmeerstraße, eine gestürzte Radlerin am Kleinschmieden. In der gesamten Innenstadt von Halle (Saale) sah man am Samstag diese Szenen. Diesmal war es glücklicherweise nur eine Übung. Doch die Retter müssen auf solche Situationen vorbereitet sein. Deshalb fand am Samstag in Halle (Saale) der 50. Bundeswettbewerb der Bereitschaften statt. 21 Teams aus ganz Deutschland mit insgesamt 350 Teilnehmern waren in die Saalestadt gereist, um ihr Können unter Beweis zu stellen und um Deutschlands beste Lebensretter zu finden. Weill die hallesche Mannschaft im letzten Jahr den Bundeswettbewerb gewonnen hat, war sie dieses Jahr Austräger.
Unfallopfer versorgen, Verbände legen, geschockte Menschen beruhigen. Schwierige Aufgaben lagen an den einzelnen Stationen vor den Rettungskräften. Da war die Mutter, deren Kind starb. Oder der Bauarbeiter, der von einer Gasflasche erschlagen wurde. Der Mann, der bei einem Auseinandersetzung im Rotlichtmilieu ein Messer in den Bau bekam, der Handwerker der vom Gerüst fiel und der Betrunkene, der sich bei einem Sturz eine Platzwunde zuzog und trotzdem weiter trank.
Die Retter wissen: so etwas ist durchaus Realität. Und so absolvierten sie die 12 Stationen mit gekonnter Routine und doch einem Spritzer Nervosität. Schließlich wollte man vor den strengen Augen der Prüfer nur nicht patzen. Am Ende stand der Sieger fest. Thüringen hat sich den ersten Platz geholt. Platz zwei ging an den DRK-Landesverband Sachsen-Anhalt mit der Mannschaft aus dem DRK-Kreisverband Halle-Saalkreis-Mansfelder Land. Der dritte Platz ging an Baden-Württemberg.
Zur offiziellen Eröffnungsveranstaltung im Stadthaus war auch Innenminister Holger Hövelmann angereist. Der Minister sagte angesichts 150.000 engagierter und zum weit überwiegenden Teil ehrenamtlicher Mitglieder, dass „das Deutsche Rote Kreuz für ein funktionierendes Hilfeleistungssystem nicht hinwegdenkbar“ sei. Insbesondere das Jugendrotkreuz hält der Minister für eine sinnvolle und interessante Form der Freizeitgestaltung für junge Menschen, da hier Werte wie humanitäres Verhalten, Kameradschaft, Teamfähigkeit, Gewissenhaftigkeit und Ehrgeiz den Kindern und Jugendlichen nahe gebracht werden und ihnen so auch soziale Identität vermittelt würde. Hövelmann hobt zudem die Bedeutung des Ehrenamtes für die Gesellschaft hervor. „Menschen wie Sie, die einen Großteil ihrer Freizeit opfern, freiwillig lernen und trainieren, um anderen Hilfe leisten zu können und somit ermöglichen, dass der Gesellschaft das wertvolle Gut ‚ehrenamtliches Engagement’ zuteil wird, gebührt mein Dank und meine höchste Anerkennung!“
Ähnlich äußerte sich Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados. Ehrenamtliche seien wichtig für die Gemeinschaft. Das DRK spiele in der Liga der Wohlfahrtsverbände in Halle eine große Rolle. Die Anwesenheit der Politik nutzt Sachsen-Anhalts DRK-Präsident Roland Halang für eine Kritik. Der Katastrophenschutz solle bei den Ausschreibungen der Rettungsdienstleistungen wieder mehr in den Mittelpunkt herrückt werden. Darauf verzichten viele Kommunen aus Kostengründen. Im Katastrophenfall werden sie dann erst die Probleme bemerken.






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