Gobelins und Entwürfe von Marielies Riebesel
Am Samstagabend wurde im Foyer des Opernhauses in Halle (Saale) die neue Ausstellung des Halleschen Kunstvereins eröffnet. Zu sehen sind noch bis zum 21. März Gobelins und Entwürfe der halleschen Textilgestalterin Marielies Riebesel (geb. 1934) gewidmet.
Damit rückt ein Metier in das öffentliche Bewusstsein, das ansonsten in Ausstellungen etwas stiefmütterlich behandelt wird. Aber gerade in Halle besteht hier eine besondere Tradition, die eng mit der Burg Giebichenstein verbunden ist. So hat auch Marielies Riebesel ihre Ausbildung von 1953 bis 1959 an dieser Kunsthochschule, für die seit ihrer Gründung 1915 die enge Verbindung von Handwerk und Kunst und damit auch von angewandter und bildender Kunst maßgebend war, erfahren. Sie absolvierte ihr Studium in den Fachrichtungen Malerei und Textilgestaltung. In beiden Ausbildungsbereichen hatte sie Lehrer, die für dieses Profil der Schule stehen – in der Malerei war es Kurt Bunge (1911-1998) und in der Textilgestaltung Willi Sitte (Jahrgang 1921), der an der „Burg“ besonders auch die Hochweberei befördert hatte. - Eine gewisse Orientierung an der modernen französischen Bildteppichgestaltung, die auch bei ihren Lehrern erkennbar ist, bestimmt gleichfalls das Lebenswerk von Marielies Riebesel, die zunächst einige Jahre als Gestalterin in der halleschen Textilmanufaktur HAWEBA tätig war. Seit 1965 arbeitet sie nun freischaffend als Textilgestalterin. Einen ihrer zuletzt entstandenen Gobelins fertigte sie im Auftrag der Stadt Halle an; er ist ständig im Stadthaus zu sehen. In der Ausstellung werden eine Reihe von phantasievollen Entwürfen und einige sehr aufwendige und kostbare Gobelins dieser bekannten Textilgestalterin gezeigt, die im vergangenen Jahr ihren 75.Geburtstag begangen hat.

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