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Halle (Saale), 11:35 Uhr Drucken : Empfehlen : Kommentar schreiben

Mehr Unfälle, weniger Verletzte

Themen: Unfall Polizei

79.793 Unfälle und 223 Tote wurden im vergangenen Jahr registriert

In Sachsen-Anhalt wurden im vergangenen Jahr 79.793 Verkehrsunfälle von der Polizei aufgenommen, das sind 718 Unfälle mehr (plus 0,9 Prozent) als im Vorjahr. 223 Menschen kamen bei den Unfällen ums Leben, ein deutlicher Rückgang um 59 Personen. „Für mich war das eine der besten Nachrichten des Jahres 2009“, so Innenminister Holger Hövelmann. Die Anzahl der Verkehrsunfällen mit Personenschaden ging von 9.636 um 698 auf 8.938 zurück (Rückgang um 7,24 Prozent). Damit ist erstmalig in Sachsen Anhalt die Anzahl dieser Verkehrsunfälle auf unter 9.000 gesunken.

"Verkehrsunfall-Uhr"
 alle sechs Minuten einen Verkehrsunfall
 jede Stunde einen Verkehrsunfall mit Personenschaden
 alle drei Stunden einen verunglückten jungen Menschen im Alter von 18 bis unter 25 Jahren
 alle sechs Stunden einen Verunglückten im Alter ab 65 Jahren
 alle zehn Stunden ein verunglücktes Kind
 alle vier Stunden einen Unfall mit mindestens einer schwerverletzten Person
 fast jeden zweiten Tag einen Verkehrsunfall mit einer getöteten Person


Verkehrsunfälle auf Landstraßen
Außerhalb von Ortschaften (ohne Autobahnen) wurden mit 92 Getöteten gegenüber 144 Getöteten im Vorjahr 52 Getötete weniger registriert (Rückgang um 36,1 Prozent). Bei der Anzahl der Schwerverletzten wurde mit 1.011 gegenüber 1.186 ein Rückgang um 175 (minus 14,8 Prozent) festgestellt. Damit sind auf den Landstraßen die deutlichsten Rückgänge bei der Anzahl der Getöteten und Schwerverletzten festzustellen.

Verkehrsunfallgeschehen auf Autobahnen
Insgesamt sank die Anzahl der Getöteten auf den Autobahnen von 31 auf 25, was einem Rückgang um sechs Getötete (minus 19,4 Prozent) entspricht. Auch die Anzahl der Schwerverletzten sank von 204 auf 167, was bei einem Minus von 37 Schwerverletzten einem Rückgang um 18,1 Prozent entspricht. Hinsichtlich der Unfallbeteiligung von LKW ist mit 1.578 Unfällen gegenüber 1.641 ebenfalls ein leichter Rückgang um 63 (minus 3,8 Prozent) festzustellen.

Rückläufig zeigt sich auch das Unfallgeschehen mit LKW am Stauende. Hier ist mit 28 Verkehrsunfällen gegenüber 44 ein Rückgang um 16 (minus 36,4 Prozent) zu verzeichnen. Als besonders signifikant stellt sich dabei der Rückgang auf der A 2 von insgesamt 28 auf zwölf dar (minus 57,1 Prozent). Ursächlich dafür dürfte dabei auch ein verbessertes Staumanagement mit einer noch besseren Warnung des nachfolgenden Verkehrs sein.

Hauptunfallursachen
Die überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit steht bei den Verkehrsunfällen mit schwerem Personenschaden mit rund 30 Prozent an erster Stelle. Die Anzahl der Wildunfälle stieg auch im Berichtszeitraum erneut um 152 (plus 1,3 Prozent) weiter an. Mit insgesamt 12.152 Verkehrsunfällen beträgt ihr Anteil damit an den Hauptunfallursachen mittlerweile insgesamt 15,2 Prozent. Die gestiegenen Wildunfallzahlen machen mehr als 20 Prozent des Anstiegs der Verkehrsunfälle insgesamt aus.

"Vor diesem Hintergrund haben wir im Dezember 2009 darauf mit einer landesweiten Plakataktion an 13 ausgewählten unfallträchtigen Strecken reagiert", erinnert der Innenminister. "Mit diesen überdimensionierten Plakaten am Straßenrand sollen die Verkehrsteilnehmer auf die dort vorhandenen Gefahren hingewiesen und zu einer entsprechenden Fahrweise motiviert werden."

Besondere Zielgruppen
Die bundesweit als problematisch geltende Zielgruppe der Motorradfahrer stellt für Sachsen-Anhalt zwar keinen landesweiten Schwerpunkt dar, gleichwohl gibt es regionale Probleme, insbesondere im Harz mit seiner für Motorradfahrer attraktiven kurvigen Streckenführung. Bei Verkehrsunfällen unter Beteiligung motorisierter Zweiräder wurde 2009 mit 1.131 gegenüber 1.305 ein Rückgang von 174 Unfällen (minus 13,3 Prozent) verzeichnet. Für dieses Jahr ist die Fortführung der länderübergreifenden Verkehrssicherheitsaktion "Sicher durch den Harz" gemeinsam mit den Bundesländern Niedersachsen und Thüringen vorgesehen.

Auch hinsichtlich der Zielgruppe Fahrradfahrer ist mit 3.326 polizeilich erfassten Verkehrsunfällen gegenüber 3.702 Unfällen mit einem Rückgang von 376 Unfällen landesweit ein rückläufiger Trend von minus 10,2 Prozent festzustellen. Allerdings musste jedoch gerade bei der Anzahl der Verkehrsunfälle mit schwerem Personenschaden in Magdeburg und im Salzlandkreis regional ein Anstieg registriert werden. Die Zielgruppe der Fahrradfahrer wird insbesondere in den städtischen Ballungsgebieten weiter einen Schwerpunkt der polizeilichen Verkehrsüberwachung darstellen.

Mit 886 Kindern verunglückten 90 mehr (Zunahme von 11,3 Prozent). "Im Landesdurchschnitt verunglückte alle zehn Stunden ein Kind", hob Holger Hövelmann hervor. "Hier können wir als Gesellschaft mehr tun, um die schwächsten Verkehrsteilnehmer zu schützen." Die Polizei wird neben ihren Anstrengungen zur Erhöhung der Sicherheit auf den Schulwegen die schulische Verkehrserziehung als einen wichtigen Schwerpunkt ihrer Präventionsarbeit weiter vorantreiben und neben der Unterstützung bei den Fahrradprüfungen in den 4. Klassen und der Durchführung von Verkehrssicherheitstagen und -projekten auf die Fortführung des landesweiten Mal- und Zeichenwettbewerbes setzen. Hövelmann: "Auch für 2011 wird es wieder einen Verkehrssicherheitskalender geben."

Fast 13 Prozent weniger Verunglückte gab es in der Altersgruppe von 18 bis unter 25 Jahre. Insgesamt wurden gegenüber 2008 (2.939 Verunglückte) im vergangenen Jahr mit 2.563 Angehörigen aus dieser Zielgruppe 376 Verunglückte weniger festgestellt, was einem Rückgang von 12,8 Prozent entspricht. Dennoch starben 32 junge Leute, und weitere 490 wurden schwer verletzt. "Damit stellt diese Altersgruppe bei einem Bevölkerungsanteil von neun Prozent mit einem Anteil von über 19 Prozent der Getöteten und fast 22 Prozent der Schwerverletzten immer noch eine schwierige Zielgruppe dar", unterstrich der Minister. Deshalb würden im Rahmen der landesweiten Verkehrssicherheitskampagne "Kommt gut an!" auch 2010 bewährte Aktionen wie die Arbeit mit der schulischen Ausstellung "Straßenkreuze - Unorte des Sterbens" und das "Fifty-fifty-Taxi" fortgeführt.

Ein besonderer Stellenwert wird für 2010 der Fortführung des gemeinsamen Projektes "Ich bin dein Schutzengel" von Polizei und ADAC beigemessen. Augenfällig ist mit Blick auf die beiden beteiligten Landkreise (Altmarkkreis Salzwedel und Burgenlandkreis), dass hier im Vergleich zu 2008 recht deutliche Rückgänge bei der Anzahl schwerer Unfälle in der Zielgruppe der 18- bis unter 25jährigen zu verzeichnen sind. Hövelmann: "Deshalb wäre die Einbeziehung weiterer Landkreise und kreisfreier Städte sehr wünschenswert."



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