Diskussionsrunde über das Theaterstück "Opferpopp", das im vergangenen Jahr am Thalia Theater gezeigt wurde
"Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei." (Art. 5, 3 Grundgesetz)
Im letzten Jahr wurde im Thalia Theater das Stück „Opferpopp“ des Regisseurs Mirko Borscht aufgeführt: „Ein Kind nagelt sein Elternteil ans Kreuz und nun muss sich das `Problemviertel´ Silberhöhe dazu verhalten. Eine sonderbare Eigendynamik setzt ein. Freunde des Kindes, aber auch bisher Unbekannte gruppieren sich um den Täter. Zwei jugendliche Touristen ziehen bei ihm ein. Die Boulevardpresse beginnt zu berichten. Die Eltern der „verlorenen Kinder“ versuchen einzugreifen, verbünden sich mit der Presse und einem jugendlichen Nazi. Doch der verliebt sich plötzlich in eine Kindsmörderin und wechselt die Seiten. Der hilflose Zorn der „Außenstehenden“ wird schließlich zum Tod des Vaters führen. Doch wer muss nun dafür bestraft werden? Wer ist das Opfer, wer der eigentliche Täter? Wie viel Verantwortung und Mitschuld kann objektiv verteilt werden? In einer Art kollektivem Amoklauf werden alle Kinder beseitigt und somit scheinbar auch das Problem. Doch schon stehen die ersten Nachahmer in den Startlöchern.“
Mitglieder des Kultur- und Tourismus-Beirats der CDU Halle (Saale) hatten das Stück besucht, um sich ein eigenes Bild zu machen. Die Meinungen prallten aufeinander: Darf man das zeigen? Gewalt, Blut, sexueller Missbrauch.
Die Kunst ist nach dem Grundgesetz frei. Doch hat es schon immer, auch in den Zeiten der Weimarer Verfassung, Debatten über die Grenzen dieser Freiheit gegeben. Darf es Grenzen geben? Warum ist es für eine offene Gesellschaft existenziell wichtig, Kunst und Künstlern freien Raum zu geben?
Gemeinsam mit Professor Dr. Michael Kilian (Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Finanz- und Umweltrecht, Völker- und Europarecht an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) lädt die CDU am 7.5.08 um 20:15 Uhr, im Kleinen Saale des Thalia Theaters zu einer Diskussionsrunde über die Freiheit der Kunst ein.
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