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Halle (Saale), 00:50 Uhr Drucken : Empfehlen : Kommentar schreiben

4. Langer Abend der Galerien in Halle (Saale)

Themen: Galerie Langer Abend der Galerien Wächterhaus PUP43

Über 30 Galerien und Werkstätten luden zur Werkschau und Werkentstehung, Buntes Kontrastprogramm rundete den Abend ab

(ens)(una) Zum mittlerweile vierten Mal öffneten sich am Samstagabend in Halle (Saale) zahlreiche Galerien und Künstlerwerkstätten den Besuchern zum "Langen Abend der Galerien". Lesungen, Modenschauen, kleine Häppchen und natürliche große und kleine Kunstwerke warteten auf die Besucher. Und natürlich konnte man hier und da auch die Arbeit hinter den Kulissen und das Schaffen der Künstler kennenlernen.

Im “Traudich” in der Kleinen Ulrichstraße dürften vor allem Frauenherzen höher geschlagen haben. Ketten gab es hier ebenso wie Ohrringe, und das größtenteils Unikate. Für Designer Stefan Todorov, der den Laden zusammen mit Kirsten Garzareck betreibt, war vor allem ein Ohrringpaar mit grünem Bernstein das Highlight. “Den gibt es nur sehr selten”, sagte er gegenüber HalleForum.de. Stolz ist Todorov aber auch auf einen Manschettenknopf, der auch tatsächlich nur dann eine Funktion hat, weil er durch den Widerstand der Kleidung zusammenhält. Entworfen hat er auch einen aus drei Federn bestehenden Kugelschreiber. Biegbar, und geht - selbst wenn man sich drauf setzt - nicht zu Bruch.

Die Galerie Kunststücke hatte zur traditionellen Querbeetauktion geladen. Linolschnitte, Teller, Keramikfiguren, Tortenheber und ein altes Bierglas mit Halle-Motiven - so einiges kam hier unter den Hammer. Der Erlös ist für die Restaurierung der Schäferfigur der vor 7 Jahren abgerissenen Wollhalle in der Frohen Zukunft gedacht. Kunststück-Betreiber Thomas Steuber hatte die Schäferfigur vor dem Abriss bewahrt und lagert sie seit dem ein. “Sie ist aber porös”, sagte er HalleForum.de. Wieviel die Restaurierung wohl kosten wird, darauf wusste Steuber noch keine Antwort. 500 Euro habe man vor zwei Jahren für die Restaurierung einer Figur am Nordbad gezahlt.

“Schneegestöber” heißt eine Galerie, die es schon seit 10 Jahren gibt, und die doch neu ist. Denn vor mittlerweile 10 Jahren hatten die sechs Burg-Absolventinnen Antje Dietrich, Beatrix Krause, Claudia Stölzel, Kathrin Geißler, Sylvia Kögler und Ulrike Friedemann die Idee, in einer Galerie ihrer Produkte auszustellen. Und weil es ums weiße Gold ging, um Porzellan, wurde kurzerhand der Name "Schneegestöber" gefunden. Die erste Schau war dabei noch mitten auf einer Baustelle, als gerade die Händelpassage an der Großen Ulrichstraße gebaut wurde. Man habe sogar selbst eine eigene Wand einzogen, erfuhr das HalleForum. Seit dem eröffnen die sechs Frauen jedes Jahr sechs Wochen vor Weihnachten ihren temporären Porzellanladen, und das in jedem Jahr an einem anderen Ort. Die teilweise recht ausgefallenen Produkte können hier nicht nur bestaunt - sondern auch gleich gekauft werden. Und das ein oder andere Weihnachtsgeschenk lässt sich bei all den Tellern, Tassen, Schalen, Schneemännern, Rentieren ... sicher finden. Geöffnet hat “Schneegestöber” in der Großen Steinstraße 79 im Gebäude der ehemaligen Lippertschen Buchhandlung bis Heiligabend Montags bis Freitags von 11 bis 19 sowie Samstag von 11 bis 18 Uhr.

Im Atelier Mojak kaufte so manch Galerie-Besucher gleich ein paar - teilweise - ausgefallene Weihnachtsgeschenke. Doch auch für Touristen dürfte das kleine Lädchen in der Kleinen Ulrichstraße interessant sein. Ohrringe, Ketten, Schals und Strümpfe gibt es hier ebenso wie Tonmodelle von Händelhaus, Franckeschen Stiftungen, Marktkirche oder Dom.

In der Galerie „salonfähig“ im Wächterhaus in der Triftstraße 19a vom Haushalten Halle e.V. herrschte ein reges Treiben. Rund 50 Gäste waren um 18 Uhr anwesend zur Vernissage der Ausstellung. Sie trägt den schlichten Titel „Ausstellung im Advent“. Wer dort allerdings weihnachtliches Flair sucht wird dort (noch) nicht so richtig auf seine Kosten kommen. Und Trotzdem, sie ist sehenswert, die Ausstellung in den 3 Räumen der kleinen Galerie. Die beachtliche Zahl von 18 Künstlern verschiedener Materialien präsentiert sich hier auf engem Raum. Zu sehen sind unter anderem Werke aus den Bereichen Schmuck (Mareen Alburg Duncker, Stefanie Petrat, Nicole Lehmann), Keramik, Malerei, Plastik (Luzia Werner, Anne Karen Hentschel) und Fotographie (James M. Thompsen). Dadurch ist ein schöner Kunst-Mix vorhanden. Viele der Kunstwerke können auch gekauft werden, vielleicht die Idee für ein außergewöhnliches Weihnachtsgeschenk. Einige Objekte hatten bereits am Abend ihren Käufer gefunden. Umrahmt wurde der Abend mit wunderschöner begleitender Musik auf der Harfe, gespielt von Luzia Werner. Bis in den späten Abend hinein fanden viele Kunstinteressierte den Weg in die Ausstellung. Geöffnet: Freitag-Sonntag von 14-19 Uhr.

Das wiedereröffnete PUP43 in der Richard-Wagner-Straße 43, im Flyer fälschlicherweise als Club43 genannt, lockte mit einer Vernissage der besonderen Kunstrichtung: Pop Art. Schon der Eingang war eine Einladung zum hereinkommen. Ein kleiner roter Sternenteppich, gesäumt von goldenen Ständern mit roter Kordel, einfach schön. War man eingetreten, wurde man sofort herzlich begrüßt und zum Getränk eingeladen. Dann hatte man erst Zeit sich den Bildern der Pop Art-Künstler zu widmen. Und man wurde dabei nicht alleingelassen. Wer wollte, musste sich nur an Manfred Schweiker halten. Er ist Besitzer vieler der ausgestellten Original-Lithografien und erzählte mit einer Begeisterung über die Bilder und ihre Künstler. Kunst ist sein Leben, unter anderem gehen die beiden Ausstellungen über Salvador Dali und Colani in Halle auf sein Konto. Der eigentliche Mittelpunkt der Ausstellung bildet die Lithografie-Mappe „1 Cent Life“. Manfred Schweiker ist zwar nicht der einzige Besitzer solch einer Mappe. Er hat aber vermutlich die einzige noch vollständige Weltweit. Sie enthält viele Arbeiten von den inzwischen Großen der Pop Art-Geschichte. Namen wie Mel Ramos, Robert Rauschenberg, Tom Wesselmann, Roy Lichtenstein oder Andy Warhol sind darunter. Interessant auch die alten Schallplatten-Cover aus DDR-Zeiten in einer Glasvitrine. Es sind Platten aus den siebziger Jahren. Wer vor 30 Jahren zu der jungen Generation zählte hat sie vielleicht heute noch im Plattenschrank ganz unten: Die HALLO-Musikreihe von Amiga. Zu sehen sind rund 80 Werke, noch einmal so viele sind vorhanden. Die Ausstellung geht bis zum 8. März 2008. Wer öfters kommt wird dann feststellen, dass an manchen Stellen plötzlich sich ein anderes Bild befindet. Geöffnet hat das PUB 43 Montag-Donnerstag 17-24 Uhr, Freitag-Samstag 17-02 Uhr und Sonntag 14-24 Uhr. Führungen nach Voranmeldung unter Halle 4782622.

Traudich / Schmuckatelier Garzareck & Todorov






Anne Viecenz




Kunststücke





Atelier Mojak





Galerie am Domplatz


Salonfähig





Pub 43




Schneegestöber





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