
Festivalstart im ehemaligen Möbel-Beratungshaus, an 8 weiteren Orten in Halle (Saale) gibt es deutsche Premieren, 3000 Besucher zum Auftakt
(una) Im ehemaligen Ost-Ausstellungshaus Intecta ist, wenn auch (noch) nicht von Dauer, wieder Leben eingezogen. Seit 108 Jahren steht das Denkmalgeschützte Haus in der Großen Ulrichstraße, es hat schon bessere Zeiten erlebt. War es anfangs ein Kaufhaus, wurde es zu DDR-Zeiten ein „Ausstellungshaus“. Denn bis vor 20 Jahren befand sich dort die „Ausstellung“ von Schrankwänden und anderen Einrichtungsgegenständen für den DDR-Bürger. Es wurde zwar Einrichtungshaus genannt, aber einfach kaufen war damals nicht. Jedenfalls nicht wie heutzutage üblich. Was dort stand waren nur so genannte „Beratungsmuster“. Beziehung, Zufall oder Glück waren von Nöten. Seit vielen Jahren steht das Gebäude aber leider leer. Im Januar 2001 wurde das Haus nun von einer GmbH aus Halle ersteigert, unter andern sollte dort ein Ladengeschäft von "Living Tools" dort mit einziehen.
Nun hat es wieder eine ähnliche Funktion, es ist wieder ein Ort der Ausstellung. Vom groben Dreck befreit konnte am Freitag das Europäische Medienkunstfestival .move in den ehrwürdigen Haus eröffnet werden. An die 200 Besucher waren zur Vernissage gekommen. Am gesamten Eröffnungswochenende waren es insgesamt 3000 Besucher.
Videoinstallationen und eine Performances waren zu sehen, aber das war nur der Auftakt zu vielen weiteren Veranstaltungen. Denn insgesamt 21 Medienkünstler werden bis zum 25. Oktober an acht weiteren Ausstellungsorten der unterschiedlichsten Art ihre Werke zeigen. Es sind Galerien oder auch so genannte Szene-Orte. Und, so der Wunsch des Veranstalters, „Die Besucher werden aufgefordert, die Ausstellung in Spaziergängen zu erkunden.“ Und wandern muss man schon um alle Orte zu “erleben“.
Neben dem Intecta, wo sich das Informationszentrum befindet, sind es
- die Stiftung Moritzburg am Friedemann-Bach-Platz 5
- die Galerien dieschönestadt, Am Steintor 19
- archcouture-Galerie in der Großen Ulrichstraße 27
- Raum HELLROT im Mühlweg 22, Eingang Bernburger Straße
- format- filmkunstverleih in der Geisstraße 42
- Turnhalle des Volksparks, Burgstraße 27
- das Gärtnerhaus der Burg Giebichenstein, Seebener Straße 2
- Riff .move Club, Große Ulrichstraße 50
Hintergrundinformationen zum Werkleitz Festival .move auf Seite 2
(kunstaspekte.de) Sich mit dem Kölner Dom, der Hagia Sofia oder dem MoMa in New York in die Luft sprengen? Vor diese Frage stellt der gebürtige Kanadier Don Ritter die Besucher der Ausstellung .move – new european media art, die vom 9. bis 25. Oktober in Halle gezeigt wird. 16 aktuelle Arbeiten von europäischen Medienkünstlern werden an acht Ausstellungsorten im Stadtraum präsentiert, darunter bekannte sowie junge künstlerische Positionen. Die Videoinstallationen, interaktiven Environments und eine elektronische Oper entstanden im Rahmen des Stipendiatenprogramms European Media Artists in Residence Exchange (EMARE) und werden erstmalig in Deutschland vorgestellt.
Ein fiktives Interview mit Dark Avenger über einen aus Bulgarien illegal eingewanderten Computervirus führt Shu Lea Cheang (USA/Frankreich) in ihrer Videoinstallation In the City of Sofia © 1989-2009. Cheangs Netzkunstarbeit BRANDON wurde 1999 als erste Medienkunstarbeit in die Sammlung des Guggenheim Museums New York aufgenommen. Katarina Zdjelar (Serbien/Niederlande) setzt sich in ihrer Videoinstallation The Perfect Sound mit Sprache als Teil kultureller Identität auseinander. Die Künstlerin ist dieses Jahr mit ihrer EMARE Arbeit auch auf der Biennale in Venedig zu sehen.
.move wird präsentiert von Werkleitz, dem Medienkunstzentrum Sachen-Anhalts, zusammen mit den Partnern des European Media Art Networks (EMAN), der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein und entsteht in Kooperation mit zahlreichen Galerien und Museen in Halle. Das European Media Art Network wurde 2007 von vier führenden europäischen Medienkunsteinrichtungen gegründet: IMPAKT (Holland), InterSpace (Bulgarien), VIVID (Großbritannien) und Werkleitz (Deutschland). Sie vergeben jedes Jahr Produktionsstipendien an herausragende europäische Medienkünstler.
.move wird von dem Kulturprogramm der Europäischen Kommission, der Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt, sowie der Mitteldeutschen Medienförderung unterstützt.
Teilnehmende EMARE-Künstler:
Helene Sommer (Norwegen), Shu Lea Cheang (USA/Frankreich), Dagmar Keller & Martin Wittwer (Deutschland & Schweiz), Theo Prodromidis (Griechenland/England), Julio Soto & Scott Petill (Spanien & USA), Kurt D'Haeseleer (Belgien), Anna Molska & Krzysztof Franaszek (Polen), Thomas Köner (Deutschland), Tereza Severová, (Tschechien), Katarina Zdjelar (Serbien/ Niederlande), Nika Oblak & Primož Novak, (Slowenien), Ran Huang (China/England), Raymond Taudin Chabot (Niederlande), Don Ritter (Kanada/ Deutschland), Karen Mirza & Brad Butler (England), Paolo Cirio (Italien)
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