Mit einem Tag der offenen Tür hat der Sportverein am Samstag seinen Geburtstag gefeiert
(ens) Am Samstag hat sich der Sportverein Halle anlässlich seines 50. Geburtstages den Hallensern mit einem Tag der offenen Tür vorgestellt. Begeistert zeigten Sportschüler ihren Eltern, Verwandten und Freunden ihre neue Schule. Und auch der ein oder andere neue Schüler konnte begeistert werden, bei einem Leistungstest prüfen lassen, ob er den Anforderungen gerecht wird. Im modernen Sportkomplex in der Robert-Koch-Straße oder am Kreuzvorwerk stellten sich die zahlreichen Sportabteilungen vor, luden zum Mitmachen ein. Auf ein Parcours konnten Kinder verschiedene Sportarten ausprobieren und Punkte auf ihrem Zettel sammeln. Wasserratten kamen in der Schwimmhalle Robert-Koch-Straße auf ihre Kosten, hier lockte zum Beispiel ein kleines Wasserballturnier. Dabei klangen auch kritische Stimmen an, wurde auf den dringend notwendigen Ausbau der Schwimmhalle gedrängt. Und wer genau aufpasste, dem lief auch der ein oder andere Olympiasieger über den Weg, wie Silke Renk-Lange, Ilke Wyludda, oder Andreas Wels.
Nicht nur Hallensern ist der SV Halle ein Begriff. Vor allem dank zahlreicher olympischer Erfolge - allein 17 Mal Gold holten Sportler aus der Saalestadt bei olympischen Spielen - hat sich der Sportverein über die Stadtgrenzen hinaus einen Namen gemacht. Der Grundstein für die sportlichen Erfolge wurde vor 50 Jahren gelegt. Am 30. Juni 1958 begann die Geschichte, damals noch unter dem Namen SC Chemie - entstanden aus einer Fusion zwischen SC Wissenschaft Halle und dem SC Chemie Halle-Leuna.
Und schon ein Jahr nach der Gründung gab es den ersten Weltmeistertitel für den noch jungen Verein. Hannelore Cebulla war es, die als Keglerin den Titel mit nach Hause brachte. Auch andere große Namen prägten bereits in den Anfangsjahren den Verein, der sich bis 1989 ausschließlich den Leistungssportlern widmete. Der Boxer Rolf Caroli, Maritta Lange, Walter Meier, Lothar Milde und Fünfkämpfer Uwe Adler sind vielen Hallensern auch heute noch ein Begriff. 1969 folgte der erste große Umbruch für den Verein, zahlreiche Sportarten wie Reiten, Basketball oder Wasserball wurden ausgegliedert. Gefragt waren nur noch Sportarten, die internationale Leistungsfähigkeit oder Medaillenaussichten versprachen. Kornelia Ender-Grummt, Waldemar Cierpinski und Thomas Lange waren einige der Top-Athleten dieser Zeit. Und Ulla Donath, die am Montag zum Jubiläum auch gekommen war, holte für den SC Chemie 1960 mit Bronze in der Leichtathletik die erste Olympiamedaille.
Mit der politischen Wende in der DDR kam auch die Wende für den SC Chemie. Fortan galt es, den Verein breiter aufzustellen, für den Breitensport attraktiv zu machen. Unter dem neuen Namen ist es den Verantwortlichen gelungen, auch den normalen Hallenser für eine der 16 Sportarten zu begeistern. 3.300 Mitglieder zählt der Verein. Bekannt ist der SV Halle für seine Nachwuchsarbeit, für die er 2004 auch mit einem Sonderpreis des Deutschen Sportbundes ausgezeichnet wurde.
Aber auch der Leistungssport spielt weiterhin eine Rolle. 700 Sportler wie einst zu DDR-Zeiten sind es zwar nicht mehr. Und auch die Trainerzahlen, 123 waren es zu DDR-Zeiten, sind auf ein Minimum herabgesunken. Heute gibt es in ganz Sachsen-Anhalt nur rund 50 Trainer für den Profi-Bereich. 17x Gold, 16x Silber und 13x Bronze konnten die Sportler aus Halle bei Olympischen Spielen mit nach Hause nehmen. Noch erfolgreicher die Bilanz bei Welt- und Europameisterschaften: 83x Gold, 75x Silber und 88x Bronze.
Nur der Fußball kam nicht zurück. Am 26. Januar 1966 wurde die Fußball-Abteilung ausgegliedert. In Halle sollte so eines der elf DDR-Fußball-Leistungszentren entstehen. Das war der Grundstein für den Halleschen FC.
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