Es gibt Überlegungen, Klassen an einzelne Regelschulen zu verteilen
Gekämpft wurde vor zwei Jahren um den Erhalt der halleschen Sportschulen. Das Sportgymnasium selbst stand zunächst nicht auf dem Prüfstand, aber die Sportsekundarschule war für eine Fusion mit der Fliederwegschule vorgesehen. Die Rettung kam nach einer Gesetzesänderung auf Landesebene, die Sekundarschule wurde dem Gymnasium angegliedert. Seit Sommer 2008 sitzen beide Bildungseinrichtungen in der Robert-Koch-Straße, eine Plattenbauschule wurde dafür saniert. Auch Mensa und Internat wurden hergerichtet.
Ruhe war eingekehrt. Nun aber stehen die beiden Schulen wieder vor einer ungewissen Zukunft. Überlegungen gibt es schon einige. Denn: gerade an der Sportsekundarschule gibt es zu geringe Schülerzahlen. Was bisher noch niemand ausgesprochen hat, spricht nun Sportdezernent Bernd Wiegand offensiv an. Statt einer separaten Einrichtung für die Leistungssportler könnten die Regelschulen Sportklassen bilden. Vorrangig natürlich die Schulen, die in der Nähe zu wichtigen Sportanlagen liegen. Wiegand erhofft sich dadurch kürzere Wege für die Schüler. Auch die Trainingszeiten könnten besser ausgenutzt werden. Entsprechende Überlegungen werden bei einem anstehenden Treffen von
Landessportbund, Stadtsportbund und dem Olympiastützüunkt besprochen, das von Wiegand moderiert wird.
Doch der Verein „Sportschulen unter einem Dach“ e. V., der vor zwei Jahren erfolgreich um den Bestand beider Schulen kämpfte, kritisiert Wiegands Aussagen. “Ein in Frage stellen der Sportschulen gefährdet den Leistungssport in Halle”, sagt Steffen Grundig, Vereinsmitglied und Vertreter des Trainerrats im Landessportbund. Nur an einer Sportschule sei eine optimale Abstimmung zwischen Leistungssport, Schule und Internat realisierbar und eine sportlergerechte Ernährung möglich. Die von Wiegand angedachte Eröffnung von Leistungssportklassen würde am dem Regelschulen nicht nur für große Probleme bei der Unterrichtsorganisation für Leistungssportler und „normale“ Schüler sorgen, sondern mache laut Grundig eine effektive Koordination von Training, Schulen und Internaten unmöglich.
Doch Wiegand macht deutlich, dass es nicht um eine Zerschlagung der Sportschule und eine Schwächung des Sports gehe. "Wir wollen sie effektiver machen. Leistungsklassen sind eine Möglichkeit." Laut Wiegand sei der Unterricht nicht 100% abgestimmt mit den Leistungszeielen der Schüler. "Schule und Sport sind nicht optimal verknüpft." Deshalb stehe die Kombination Schule, Internat und Leistungssport bei den Sportverbänden in der Kritik.
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