Staffelgold für Athleten des SV Halle
Mit fünf Titeln für Internationale Deutsche Hallenmeister in der Leichtathletik, sechs Silber- und vier Bronze-Medaillen kann der Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Sachsen-Anhalt eine sehr gute Bilanz der Meisterschaften des vergangenen Wochenendes in der Halleschen Brandbergehalle ziehen. Knapp 200 Aktive aus fünf Ländern waren zu den Internationalen offenen Deutschen Hallenmeisterschaften der Leichtathletik im Behindertensport angereist.
Den größten Erfolg für die Halleschen Athleten erlief sich die 4 x 200 m Staffel der Männer vom SV Halle. Die sehbehinderten Jonas Ziegler (Jugend-Vizeweltmeister) und Frank Hoffmann sowie die beiden blinden Sprinter Lars Lippek und Tino Kolitscher mit ihren Guids Philipp Töpfer und Steffen Große lieferten der Staffel des PSC Berlin ein hartes Rennen, aus dem die Hallenser nach 1:43,22 Min. eindeutig als Sieger hervorgingen. Dieser grandiose Lauf und die ebenfalls guten Einzelergebnisse waren für den Bundestrainer Leichtathletik des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) und für den Blocktrainer Lutz Kramer nicht zu übersehen. Als Lohn gab es neben den Medaillen für Jonas Ziegler, Lars Lippek und die junge blinde Sprinterin Kidisti Weldemichael die Einladung zum Staffellehrgang des DBS im Mai.
Neben dem Staffelgold blieben fünf Silber- und eine Bronzemedaille in der Saalestadt. Über 200 und 800 Meter erlief sich „Kidi“ Weldemichael mit ihren Guides Sandra Germain und Melanie Schulz jeweils den zweiten Rang, über 60 Meter holte sie Bronze. Silber gab es auch für Kugelstoßer Ulrich Iser vom ABSV Halle 53. Mit 11,13 m war er nicht unzufrieden, wünschte sich aber, die Kugel besser erwischt zu haben. „Dann wäre noch ein bisschen mehr drin gewesen!“, so Iser. Er musste sich nur dem Tschechen Roman Musil geschlagen geben. Der hatte zwar nicht so weit gestoßen, startet aber in einer anderen Wettkampfklasse. Die Umrechnung der Weiten entsprechend der Behinderung der Athleten entscheidet über die Platzierung.
Silber ersprinteten sich ebenfalls Jonas Ziegler (60 m: 7,63 Sec.) und Frank Hoffmann (800 m: 2:08,00 Min.). Lars Lippek erreichte über 200 m Rang vier.
Der Publikumszuspruch bei den Wettkämpfen in der Brandbergehalle war leider noch gering. "Die öffentliche Wahrnehmung ist ein mühseeliger Prozess", so SV-Halle-Präsident Christoph Bergner. "Auch weil das Wettkampfgeschehen hier komplizierter ist." Für die Gesamtwahrnehmung des Sports sei aber die Integration Behinderter wichtig, so Bergner. In diesem Jahr ist mit Andrea Eskau übrigens erstmals auch eine Sportlerin aus Sachsen-Anhalt bei den Winter-Paralympics mit dabei.



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