Denker
Bürger
Herkunft: Halle
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#43 , 22.02.2012 19:28 Uhr
| Zitat: |
Metallhund schrieb am 22.02.2012 17:20
Wenn Bahnen auf Grund eines vorher bekanntgemachten Streiks nicht fahren ist das etwas anderes, als wenn wegen fehlender oder falscher Planung der wie immer "unvorhersehbare" Wintereinbruch zu Ausfällen führt.
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Ich weiß nicht, was die HAVAG mit den zur Verfügung stehenden Mittel hätte planen können, für die paar Leutchen, die an dem Abend (mir eingeschlossen) unterwegs waren.
Wenn du es so sagst nenne ich dir ein anderes Beispiel:
Wetten dass in Halle auf dem Marktplatz. Vorher wurde angekündigt, dass der Markt höchstwahrscheinlich für den StraBa-Verkehr geschlossen wird. Und, was war? Auf dem Riebeckplatz standen einige Leute, die einen Fahrer lauthals angebrüllt haben, was er sich denn einfallen lässt, einfach dreister Weise 5 Minuten zu spät zu kommen. Sein Kommentar wort-wörtlich: "Das tut mir wirklich leid, aber wenn wir übern Markt gefahren wären, hätten wir jetzt schon 5 Leute tot gefahren." Kommentar dazu einer Frau: "Das stört sie doch sonst auch nicht!"
Danach hat der Fahrer die Tür zugeschlagen.
Ich hätte mal richtig Lust solche Leute in einen Führerstand von so einer 50t Bahn zu setzten, die mit 50 km/h über ein von der Straße abgetrenntes Gleis fährt und dann setzten wir einfach mal 20m vor ihr plötzlich ein kleines Kind hin und wenn sie es dann angefahren hat, sagen wir die üblichen Phrasen, wie "vorrausschauend fahren"...
Reicht das noch nicht?
Weiter. Noch nicht so lange her:
Rosenmontagsumzug: Vorher angekündigt, waren die Hallenser gelassen? Nein, nur unsere Jecken und einige Renter, mit denen ich mich über die HAVAG unterhalten habe. Der Rest, ich glaube das brauche ich nicht erklären....
Und ein weiteres Bespiel unserer klugen Hallenser Gemeinschaft: Ein Auto versucht im Winter bergauf zu fahren, Räder drehen durch, die Tram steht dahinter und muss warten. Eine Frau fragt den Fahrer, warum er denn nicht vorbei fährt, und diese Frau meinte das Ernst!
Hups, ich bin vom Thema abgewichen... Wie man das besser planen kann... Gar nicht, wie will man solche Dummheiten bitte schön voraussehen? Und das "Winter jedes Jahr"-Argument hilft auch nicht weiter, da will ich sehen, wie du den Betrieb am laufen gehalten hättest! --------------- "Wahlen ändern nichts, sonst wären sie verboten." - Kurt Tucholsky
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Dampflokfan
Bürger
Herkunft: Halle an der Saale
Registriert seit: 30.08.2011
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#44 , 22.02.2012 21:02 Uhr
| Zitat: |
Stadt_für_Kinder schrieb am 22.02.2012 14:29
Mach doch wenigstens mal eine Zusammenfassung, wenn du so viel schreibst.
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Wir wissen alle, dass das verstehende Lesen längerer Texte deinen Intellekt überfordert, das mußt du nicht extra bestätigen!
| Zitat: | S1HAL schrieb:
Wenn ich eine unberührte Schneewehe von einem Meter Höhe und einer Länge von 250m an der Rennbahn auf den Schienen liegen sehe, dann kann ich davon ausgehen, daß garantiert keine Bahn fahren wird.
Aber nee, meine Freundin hat dort an der Rennbahn mehrere Personen erlebt, die schimpfend sich echauffierten, daß keine Bahn kommt....Augen aufmachen und Kopfhörer aus den Ohren ziehen hätte völlig gereicht.
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Ich habe auch herzhaft gelacht, als ich jede Menge Leute in der Beesener Str. an der Haltestelle sah, die auf die Bahn warteten. Selbst geistig wenig bemittelte Leute wie SfK hätten erkennen können, dass auf den unter einer dicken Schneeschicht verschwundenen Schienen schon lange nichts mehr fahren kann und gefahren ist. Aber Hauptsache Ohrstöpsel drin und bei Facebook sein.
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Wolken
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Herkunft:
Registriert seit: 06.12.2011
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#46 , 22.02.2012 22:25 Uhr
| Zitat: |
SH1HAL schrieb am 22.02.2012 14:14
Rücksichtsloser Dilettantismus...soso.
Du weißt genau, was man zu machen und zu tun hat ja, wenn die Infrastruktur eines Straßenbahnbetriebes mit über 180km Schienenlänge zusammenbricht? Ausgerechnet über Weihnachten?
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Ich weiß es nicht, nein.
Allerdings erwarte ich mir, dass sich jemand vorher darüber Gedanken gemacht hat. Eine Kompletteinstellung des Straßenbahnverkehrs kann zahlreiche Gründe haben, vom Stromausfall über behördliche Untersagung bis zum Schneefall, und für solche Fälle muss ein Konzept vorliegen, das klipp und klar besagt, welche Buslinien wie umgeleitet werden, wo Schienenersatzverkehr einzurichten ist und welche Buslinien im Notfall zugunsten anderer Linien oder des SEV einzustellen sind. Im Konzept steht auch, welche Information zu erfolgen hat, ein fertiger Text, der nur noch auf die Homepage gestellt und als Presseinformation veröffentlicht werden muss, Ansagetexte für Durchsagen und so weiter.
Selbst wenn man diese Möglichkeiten gar nicht berücksichtigt hätte, hätten die kurzen Vollsperrungen in Leipzig und anderen Städten in der Umgebung den Auslöser geben sollen, über den Ernstfall nachzudenken und die paar Stunden zu opfern, einen Plan zu erstellen.
Es gab allerdings keinen solchen Plan, und daher wurde völlig kopflos agiert. In Neustadt gab es mit zahlreichen Buslinien, einer SEV-Linie und einem zusätzlichen SEV-Bus ein Überangebot, während wichtige Strecken in der Altstadt zum Teil gar nicht oder nur mit einem Kleinbus im Mehr-als-Stundentakt bedient wurden.
| Zitat: | Ach ja, kein Mensch wurde gezwungen, sich eine Stunde frierend hinzustellen. Wenn es heißt einmal pro Stunde kommt ein Bus und werden dazu keine genauen Zeiten genannt, dann muss man eben damit rechnen, daß man gut eine Stunde steht. | |
Schlechtes Argument. Manche Wege müssen einfach erledigt werden, und ich bezweifle, dass irgendjemand am Heiligabend zum Spaß durch Halle fuhr. Es kann aber doch nicht so schwer sein, irgendeine Information zur Verfügung zu stellen, und seien es auch nur die Rohdaten aus der Leitstelle.
| Zitat: | Oder man macht von dem Gebrauch, was einem Mutter Natur mitgegeben hat, die eigenen Beine, was sich aber in einigen Straßen als Abenteuer erwies, da die gleichen Maulhelden, die hier Zeter und Mordio schreien, nicht mal in der Lage waren, die Gehwege vor ihren Häusern freizuschippen. | |
Würdest du dasselbe Argument gegenüber meiner über 80jährigen Großmutter bringen?
| Zitat: | Außerdem hat es noch nie geschadet, den eigenen Hirnkasten einzuschalten. Wenn ich eine unberührte Schneewehe von einem Meter Höhe und einer Länge von 250m an der Rennbahn auf den Schienen liegen sehe, dann kann ich davon ausgehen, daß garantiert keine Bahn fahren wird. | |
So klar ist das nicht. Mit feinem Pulverschnee zugeschneite Schienen sind problemlos befahrbar, auch wenn man sie nicht mehr erkennt. Bei klebrigem Schnee können die Schienen noch erahnbar sein und trotzdem geht nichts weiter, ebenso bei gefrorenem Eisregen auf der Oberleitung.
| Zitat: | Muss man eigentlich für alles und jedes einen Plan in der Schublade haben? Geht es überhaupt, solch ein Chaotisches Wetter einzuplanen? Ich denke nicht!
Solch ein Chaos kann man im Vorfeld nicht planen, das ist einfach ein Ding der Unmöglichkeit. Bei solchen Szenarien kann man nur versuchen zu reagieren, ein Agieren ist nicht oder nur sehr begrenzt möglich. | |
Natürlich kann man einen Plan in der Schublade haben. Bei normalen Straßenbahnstörungen wird auch nicht nach Gutdünken entschieden, sondern es gibt einen fixen Plan, welche Linien wo hin umgeleitet werden, wenn z.B. der Marktplatz gesperrt ist. Nur die genaue Ausgestaltung bleibt noch dem Dispatcher.
| Zitat: | Sie stampften zudem mitten in der Nacht und den Morgenstunden innerhalb von wenigen Stunden einen Ersatzverkehr mit Bussen aus dem Nichts aus dem Boden, für den es weder Fahrtrouten noch Pläne noch Fahrer gab, sie mussten irgendwoher Busfahrer organisieren, die im Frei oder im Urlaub waren. | |
Das war das große Problem. Da hätte es geholfen, ein fertiges Ersatzkonzept in der Schublade zu haben, zusammen mit der Personaldatenbank und den Schichtplänen (so hätte man schnell die Kombifahrer Bus und Straßenbahn identifizieren können, die dann eben Bus statt Straßenbahn gefahren wären, anstatt erst bei Schichtbeginn zu wissen, wie viel Personal überhaupt zur Verfügung steht).
| Zitat: | Daß dabei Fehler passieren oder einige Dinge hinten runterfallen ist logisch, genau daß einiges nicht so funktioniert, wie man es eigentlich angedacht hat.
Manche stellen sich es verdammt einfach vor. Vernetzt und verkabelt...das funktioniert im Regelbetrieb ganz passabel, aber bei solch außergewöhnlichen Ereignissen erst zeigt sich, wo die Verkabelung und Vernetzung noch Korrekturbedarf hat. Daß sie es hatte ist unbestreitbar, aber man muss auch mal die Kirche im Dorf lassen. | |
Nur waren diese Fehler zum Teil sehr wohl vorher bekannt. Man hat sich nur einfach nicht darum gekümmert.
| Zitat: | Die Leute in der Leitstelle haben beispielsweise keinen Zugriff auf die Webseite der Havag, warum auch, ist nicht deren Arbeit und zudem die haben schlichtweg auch nicht das nötige technische Wissen um eine Webseite zu gestalten. Das ist kein Halleforum, wo jeder seinen Sülz reinschreiben kann...
Die Mitarbeiter, die diesen gehabt hätten, waren über Weihnachten schlichtweg nicht erreichbar.Urlaub hatten sie und waren wohl auch nicht in Halle. So wie das in jeder anderen Firma auch hätte passieren können.
Also gabs keine Fahrgastinformation über die Webseiten. | |
Genau das darf nicht passieren. Es muss immer ein Mitarbeiter mit den Zugangsdaten erreichbar sein, und wenn es der Leitstellenmitarbeiter ist, der einen Zweizeiler absetzt. Das ist eben verfehlte Planung.
| Zitat: | Dann erst kann man verbindlich versuchen irgendwelche Zeiten anzugeben. | |
Auch vorher könnte man Informationen geben, ich erinnere an meinen "Leitstellen-Liveticker". Wenn ich in meiner Wohnung sitze, nach Trotha will und im Liveticker sehe: etwa zehn Minuten entfernt steht ein Bus, der auch nach Trotha will, dann kann ich mich zur Haltestelle stellen. Wenn der Bus dann doch nicht kommt, gab es eben ein Problem, aber wenigstens gibt es irgendeine Information.
Aber auch da gilt: Das muss man vorher vorbereiten.
| Zitat: | Die Busse sind doch als Sonderverkehr ohne Plan, Linie und Kursnummern draußen, also auch nicht im Rechnergestützen Betriebsleitsystem anhand irgendwelcher Zeiten erkennbar. Das sehen die mir bekannten Hersteller solcher Betriebsleitsysteme schlichtweg nicht vor, daß es solch katastrophale Wetterereignisse geben kann... | |
Das hallesche RBL kommt mit Sondersituationen nicht klar, das ist schon lange bekannt. Aber: bei anderen Systemen mit anderen Endgeräten, wie sie in anderen Städten eingesetzt werden, kann der Fahrer händisch Fahrtrouten eintragen und ändern. Wie üblich: die Probleme sind seit Beginn bekannt, doch es kümmert sich keiner darum.
Nur, falls das nicht klar sein sollte: ich habe großen Respekt vor den Mitarbeitern auf der Straße und in der Leitstelle, die wirklich Großes geleistet haben.
Ich beschuldige allerdings die Leitungsebene, keine Pläne für Notfälle aufgestellt zu haben, keine Vorkehrungen getroffen zu haben und längst bekannte Probleme einfach ignoriert zu haben. Im Normalbetrieb ging das gut, aber beim ersten größeren Problem musste es schief gehen.
Oder anders formuliert: wenn die Beine schnell laufen, kommt man trotzdem nur schwer ins Ziel, wenn der Kopf keine Richtung vorgibt. --------------- Zitat von User "Brägel" am 15.2.2012:
"am besten solche Typen für 3 Monate in Einrichtungen unterbringen, wo am Tor steht 'Arbeit macht frei'"
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