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Halle (Saale), 22.05.2008 20:30 | eseppelt |

Soziales

HzE-Kosten laufen weiter aus dem Ruder

Halleforum.de / Halle Saale
(ens) Die Sparziele waren wohl zu hoch gegriffen. Auch in diesem Jahr wird die Stadt Halle (Saale) aller Voraussicht nach deutlich mehr für die „Hilfen zur Erziehung“ zahlen als bisher vorgesehen. Das bestätigte die amtierende Jugendamtsleiterin Katharina Brederlow
(ens) Die Sparziele waren wohl zu hoch gegriffen. Auch in diesem Jahr wird die Stadt Halle (Saale) aller Voraussicht nach deutlich mehr für die „Hilfen zur Erziehung“ zahlen als bisher vorgesehen. Das bestätigte die amtierende Jugendamtsleiterin Katharina Brederlow. „Wir gehen von einer überplanmäßigen Ausgabe aus“, sagte sie im Jugendhilfeausschuss.

Im Haushaltsplan sind für den HzE-Bereich insgesamt 16,58 Millionen Euro eingeplant. Doch bereits zum Ende des ersten Quartals waren diese Ausgaben zu rund einem Drittel ausgeschöpft. So musste die Stadt zwischen Januar und März 6,39 Millionen Euro für die Hilfen zur Erziehung ausgeben. Schon im letzten Jahr hatten die Hilfen zur Erziehung ein Loch in den Haushalt gerissen, die Kosten lagen um 4 Millionen Euro höher als der Haushaltsplan vorgesehen hatte. Mit einer umstrittenen Dienstanweisung wollte die Stadt zunächst diese Kosten in den Griff bekommen und einen Großteil der Heimkinder wieder nach Hause schicken. Wegen bundesweiter Proteste wurden diese Pläne aber wieder fallen gelassen.

Immerhin, ganz so hoch wie im letzten Jahr sollen die Kosten nicht ausfallen, heißt es vom Jugendamt. Dafür sprechen auch aktuelle Zahlen, wonach sich die Zahl der betreuten Kinder auf dem Niveau von 2006 und unter dem von 2007 bewegt. So wurden im ersten Quartal dieses Jahres durchschnittlich 970 Personen betreut, im vorigen Jahr waren es 991. Zurückzuführen ist der Rückgang vor allem auf den Bereich der stationären Pflege, Auch wenn die Dienstanweisung selbst nicht mehr gilt, hält die Stadt am von Klaus Roths Start gGmbH entwickelten Fachkonzept fest und will diese für sie teure Unterbringungsmöglichkeit zurückfahren und Kinder möglichst in Pflegefamilien unterbringen. Dies scheint in Ansätzen gelungen. 297 Kinder, und damit 25 weniger als im letzten Jahr, sind derzeit dauerhaft in Heimen untergebracht. Einen leichten Anstieg gab es bei den Pflegefamilien.

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