Donnerstag, 17. Mai 2012
Halle (Saale), 19.11.2008 00:50 | eseppelt |
Bauvorhaben
Stadion-Beschluss auf der Zielgeraden
(ens) Seit fünf Jahren wird in Halle (Saale) bereits über den Bau eines neuen Stadions diskutiert. Da gab es Ideen für eine Groß-Arena mit 45.000 Plätzen in Bruckdorf oder ein Stadion in Neustadt. Doch am Ende wurde es der Standort des alten Kurt-Wabbel-Stadions. Mit 9 Ja-Stimmen votierte der Finanzausschuss am Dienstagabend für den Grundsatzbeschluss zum Bau eines Stadions. Mit Nein stimmte Mathias Weiland (Bündnis 90 / Die Grünen). Nun können die Planungen für die Sanierung des Kurt-Wabbel-Stadions mit 10.000 Plätzen beginnen, die noch im ersten Quartal 2009 vorgelegt werden sollen. Daneben flossen Änderungen in die Vorlage mit ein. Demnach sollen Vergabeausschuss und möglicherweise auch der Stadtrat die Entscheidung über die Hinzuziehung externer Planungsbüros treffen. Als Vorzugsvariante für die Ballsporthalle werden außerdem die Standorte Neustadt und Kurt-Wabbel-Stadion favorisiert.
Vorausgegangen war eine rund anderthalbstündige Debatte in einem kleinen Beratungsraum des Ratshofes, der auch rund 30 Fans des HFC gespannt lauschten. Planungsdezernent Thomas Pohlack legte noch einmal dar, weshalb sich die Stadtverwaltung nun plötzlich doch für die Sanierung des KWS entschieden hatte. Zum einen hätten Unwägbarkeiten am Standort Neustadt dafür gesorgt, so hätte man Leitungen verlegen und Grundstücke hinzukaufen müssen. Alles Punkte, die zu einer Kostenexplosion führen könnten. Doch auch die Besinnung auf den “traditionellen Standort”, wie Pohlack es ausdrückte, hatte die Stadt zu diesem Schritt bewogen, nachdem das Sportministerium erklärte, die 6 Mio Euro Landesmittel stünden auch für eine Sanierung des Kurt-Wabbel-Stadions bereit.
Wirtschaftsdezernent Wolfram Neumann stellte noch einmal Details zum Verkauf städtischer Grundstücke vor. 809 Immobilien habe man untersucht. 14 Spezialgebäude wie Ärztehäuser und leerstehende Schulen sollen nun rund 11,3 Mio. Euro in die Sanierung der Stadions fließen lassen. Der Verkauf von Namensrechten soll weitere 500.000 Euro bringen. Tom Wolter (MitBürger) brachte noch einmal eine mögliche Beteiligung des HFC ins Spiel. Rund 2 Mio. Euro, so stellte er sich vor, solle der Fußballclub beisteuern. Sabine Wolff sah das ähnlich. “Andere Vereine müssen sich auch beteiligen.“ Deutliche Worte dagegen fand Planungsdezernent Thomas Pohlack. Es gebe keinen Verein in Deutschland in dieser Liga, der in Stadion finanzieren könne. “Ich rate dringend davon ab, diese Forderung in der Vorlage zu beschließen. Sonst besteht die Gefahr, dass die Finanzierung nicht bis zu Ende steht.“ Und Andreas Schmidt (SPD) ergänzte, “selbst wenn der HFC eine Million Euro aufbringen könnte, sollte er sie in die Mannschaft stecken.” Dort sei das Geld besser angelegt. Dafür erntete Schmidt den Applaus der anwesenden HFC-Fans.
Diskussionspunkt war auch noch einmal Ballsporthalle. Vor 8 Jahren habe der Stadtrat einmal einen Grundsatzbeschluss zu einer Ballsporthalle am Kreuzvorwerk gefasst, einige 100.000 DM in die Planungen gesteckt, passiert sei aber nichts. Die Linken unterdessen hatten im Planungsausschuss vorige Woche einen Antrag gestellt, wonach als favorisierte Standorte für die Ballsporthalle Neustadt und Kurt-Wabbel-Stadion - je nachdem wo das Stadion gebaut wird - gelten. Die Stadt hatte daraufhin diesen Vorschlag in die eigene Vorlage mit eingenommen. Dort hatte sie Bernhard Bönisch (CDU) am Dienstag wieder herausgelöst. Bei der anschließenden Abstimmung enthielt er sich wie ein Großteil der Ausschussmitglieder. Weil es keine Gegenstimmen gab und alle drei Abgeordneten der Linken zustimmten, wurde die Änderung trotzdem angenommen.
Mathias Weiland (Grüne) und Sabine Wolff (Neues Forum) führten daneben die Haushaltskonsolidierung ins Feld. “Wir werden wegen der Konsolidierung nicht zustimmen”, kündigte sie damit ihr Votum für die Stadtratssitzung an. In der Sitzung des Finanzausschusses hat sie lediglich eine beratende Funktion. Und Weiland regte gar an, die erwarteten Erlöse aus dem Verkauf der Immobilien lieber dem städtischen Haushalt zur Konsolidierung zuzusenden. “Finanzpolitisch ist eine Zustimmung tatsächlich nicht akzeptabel”, erklärte Bodo Meerheim (Linke). Das es aber um Sportpolitik gehe, werde man aber dem Ansinnen zustimmen. “Nur deshalb können wir die Vorlage vertreten”, so Meerheim.
Offen blieb die Frage nach den Betriebskosten. Derzeit sind dafür 600.000 Euro im Jahr fällig. In welcher Größenordnung sie sich in dem Neubau bewegen werden, sei noch nicht abschätzbar, so Planungsdezernent Pohlack.
Bereits am 20. Oktober gab es das OK vom Sportausschuss für das 17,5 Mio. Euro-Projekt, vergangene Woche folgte der Planungsausschuss. Das endgültige OK muss der Stadtrat am 26. November fällen. Zuvor wollen die HFC-Fans am kommenden Samstag ab 11 Uhr erneut auf dem Marktplatz demonstrieren, um ihren Wunsch nach einem neuen Stadion noch einmal zu zementieren. Im Anschluss ist ein Marsch zum Kurt-Wabbel-Stadion vorgesehen.
Bereits am Donnerstag um 19 Uhr findet im Fanhaus eine Diskussionsrunde statt, bei der sich hallesche Politiker pro oder contra Stadion positionieren. Mit dabei sind CDU-Fraktionsvorsitzender Bernhard Bönisch, Bodo Meerheim (Fraktionsvorsitzender Die Linke), SPD-Fraktionsvorsitzender Johannes Krause, Bürgermeister Thomas Pohlack sowie die Stadträte Tom Wolter (MitBürger), Michael Zeidler und Frank Eigenfeld (Beide SPD).

Vorausgegangen war eine rund anderthalbstündige Debatte in einem kleinen Beratungsraum des Ratshofes, der auch rund 30 Fans des HFC gespannt lauschten. Planungsdezernent Thomas Pohlack legte noch einmal dar, weshalb sich die Stadtverwaltung nun plötzlich doch für die Sanierung des KWS entschieden hatte. Zum einen hätten Unwägbarkeiten am Standort Neustadt dafür gesorgt, so hätte man Leitungen verlegen und Grundstücke hinzukaufen müssen. Alles Punkte, die zu einer Kostenexplosion führen könnten. Doch auch die Besinnung auf den “traditionellen Standort”, wie Pohlack es ausdrückte, hatte die Stadt zu diesem Schritt bewogen, nachdem das Sportministerium erklärte, die 6 Mio Euro Landesmittel stünden auch für eine Sanierung des Kurt-Wabbel-Stadions bereit.
Wirtschaftsdezernent Wolfram Neumann stellte noch einmal Details zum Verkauf städtischer Grundstücke vor. 809 Immobilien habe man untersucht. 14 Spezialgebäude wie Ärztehäuser und leerstehende Schulen sollen nun rund 11,3 Mio. Euro in die Sanierung der Stadions fließen lassen. Der Verkauf von Namensrechten soll weitere 500.000 Euro bringen. Tom Wolter (MitBürger) brachte noch einmal eine mögliche Beteiligung des HFC ins Spiel. Rund 2 Mio. Euro, so stellte er sich vor, solle der Fußballclub beisteuern. Sabine Wolff sah das ähnlich. “Andere Vereine müssen sich auch beteiligen.“ Deutliche Worte dagegen fand Planungsdezernent Thomas Pohlack. Es gebe keinen Verein in Deutschland in dieser Liga, der in Stadion finanzieren könne. “Ich rate dringend davon ab, diese Forderung in der Vorlage zu beschließen. Sonst besteht die Gefahr, dass die Finanzierung nicht bis zu Ende steht.“ Und Andreas Schmidt (SPD) ergänzte, “selbst wenn der HFC eine Million Euro aufbringen könnte, sollte er sie in die Mannschaft stecken.” Dort sei das Geld besser angelegt. Dafür erntete Schmidt den Applaus der anwesenden HFC-Fans.
Diskussionspunkt war auch noch einmal Ballsporthalle. Vor 8 Jahren habe der Stadtrat einmal einen Grundsatzbeschluss zu einer Ballsporthalle am Kreuzvorwerk gefasst, einige 100.000 DM in die Planungen gesteckt, passiert sei aber nichts. Die Linken unterdessen hatten im Planungsausschuss vorige Woche einen Antrag gestellt, wonach als favorisierte Standorte für die Ballsporthalle Neustadt und Kurt-Wabbel-Stadion - je nachdem wo das Stadion gebaut wird - gelten. Die Stadt hatte daraufhin diesen Vorschlag in die eigene Vorlage mit eingenommen. Dort hatte sie Bernhard Bönisch (CDU) am Dienstag wieder herausgelöst. Bei der anschließenden Abstimmung enthielt er sich wie ein Großteil der Ausschussmitglieder. Weil es keine Gegenstimmen gab und alle drei Abgeordneten der Linken zustimmten, wurde die Änderung trotzdem angenommen.
Mathias Weiland (Grüne) und Sabine Wolff (Neues Forum) führten daneben die Haushaltskonsolidierung ins Feld. “Wir werden wegen der Konsolidierung nicht zustimmen”, kündigte sie damit ihr Votum für die Stadtratssitzung an. In der Sitzung des Finanzausschusses hat sie lediglich eine beratende Funktion. Und Weiland regte gar an, die erwarteten Erlöse aus dem Verkauf der Immobilien lieber dem städtischen Haushalt zur Konsolidierung zuzusenden. “Finanzpolitisch ist eine Zustimmung tatsächlich nicht akzeptabel”, erklärte Bodo Meerheim (Linke). Das es aber um Sportpolitik gehe, werde man aber dem Ansinnen zustimmen. “Nur deshalb können wir die Vorlage vertreten”, so Meerheim.
Offen blieb die Frage nach den Betriebskosten. Derzeit sind dafür 600.000 Euro im Jahr fällig. In welcher Größenordnung sie sich in dem Neubau bewegen werden, sei noch nicht abschätzbar, so Planungsdezernent Pohlack.
Bereits am 20. Oktober gab es das OK vom Sportausschuss für das 17,5 Mio. Euro-Projekt, vergangene Woche folgte der Planungsausschuss. Das endgültige OK muss der Stadtrat am 26. November fällen. Zuvor wollen die HFC-Fans am kommenden Samstag ab 11 Uhr erneut auf dem Marktplatz demonstrieren, um ihren Wunsch nach einem neuen Stadion noch einmal zu zementieren. Im Anschluss ist ein Marsch zum Kurt-Wabbel-Stadion vorgesehen.
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