icon
Donnerstag, 17. Mai 2012
 Username: Passwort:

Halle (Saale), 16.11.2009 04:45 | eseppelt |

Theater

Noch ist Polen nicht verloren

Halleforum.de / Halle Saale
Am Samstagabend feierte im alten Fernsehstudio am Waisenhausring in Halle (Saale) das Stück "Noch ist Polen nicht verloren" von 14 Theaterakteuren der freien Spielgruppen theater halogen, Varomodi, Sonntagskinder und Theater Apron Premiere. Nach dem Hickhack über das Werbeplakat (die Stadtverwaltung hatte es verboten und dann nur unter Auflagen wieder zugelassen, halleforum. de berichtete) warteten die etwa 100 Premierengäste gespannt auf das Stück, das sich in der Tradition von "Der große Diktator" von Charlie Chaplin und "Das Leben ist schön" von Roberto Benigni sieht
Am Samstagabend feierte im alten Fernsehstudio am Waisenhausring in Halle (Saale) das Stück "Noch ist Polen nicht verloren" von 14 Theaterakteuren der freien Spielgruppen theater halogen, Varomodi, Sonntagskinder und Theater Apron Premiere.

Nach dem Hickhack über das Werbeplakat (die Stadtverwaltung hatte es verboten und dann nur unter Auflagen wieder zugelassen, halleforum.de berichtete) warteten die etwa 100 Premierengäste gespannt auf das Stück, das sich in der Tradition von "Der große Diktator" von Charlie Chaplin und "Das Leben ist schön" von Roberto Benigni sieht. Kurz zum Inhalt des Stückes: Wir gehen ins Jahr 1939, nach Polen. Eine Theatergruppe will das Stück "Gestapo" aufführen. Kurz vor der Premiere kommt es zum Verbot der Aufführung. Nur wenig später marschiert die Wehrmacht in Polen ein. Die Schauspieltruppe nutzt die bereits genähten NS-Uniformen, um den Widerstand zu unterstützen. Aus dieser Konstellation erwächst eine Satire auf das NS-Regime. Das Stück zeigt, wie eine Schauspieltruppe mit den Mitteln des Theaters die Methoden und Eigenheiten der NS-Diktatur für sich nutzen kann. Ein besonderes Schmankerl hat sich die freie Theatergruppe bei der Besetzung der Figur Adolf Hitler überlegt. Der "Führer" wird von Nicole Kopf gespielt, mit deutlichen Anzeichen einer Schwangerschaft.

Dem unter der Regie von Alexander Terhorst entstandenen Bühnenwerk gelingt das Kunststück komisch zu sein ohne flach oder dümmlich zu wirken, die Thematik des Nationalsozialismus mit den Mitteln der Satire zu bearbeiten ohne den Schrecken und Wahnsinn zu relativieren. Die Premiere von „Noch ist Polen nicht verloren“ war mehr als gelungen und das begeisterte Publikum zollte dieses mit jeder Menge Applaus. Zu dem Verhalten der Stadtverwaltung ist abschließend zu bemerken, dass das Stück dankbar für die zusätzliche Werbung sein kann, denn wie ein Plakat, dass Hitler als schwangere Frau zeigt nationalsozialistische Symbolik verbreiten soll, bleibt rätselhaft.

Zu sehen ist die Inszenierung nur im November. Und nur in Halle. Denn wegen Urheberrechtsproblemen wird "Noch ist Polen nicht verloren" zumindest in Deutschland nicht noch einmal woanders aufgeführt. Die Verlagsrechte laufen aus.


Dieser Text ist mir was wert:

Druck


Meist sonnig Do.
3° C
12° C
Teils sonnig Fr.
9° C
18° C
Klar Sa.
11° C
22° C
Aktuell:
Klar Klar
Temperatur: 7° C
Luftfeuchtigkeit: 71 %
Wind: W mit 21 km/h
05:14 21:03
Leserfavoriten
1 Post am Bahnhof macht dicht 16.05.2012 | Aktuelles
5 Bildhauer Beberniß ist tot 16.05.2012 | Kultur
Letzte Einträge in den Blogs
Aus Steins Stube
1 Kommentar
RIP seid 1 Jahr bist du fort an einen anderen Ort ♥
0 Kommentare
Althallische Originale
0 Kommentare
Gut achten
6 Kommentare
Abtreibung!
3 Kommentare
Neuen Beitrag verfassen