Donnerstag, 17. Mai 2012
Halle (Saale), 09.12.2008 18:00 | eseppelt |
Projekt
Mit Grimm spielend Sprachen lernen
(ens)(una) Wie kann man Kindern fremde Sprachen beibringen, sie dafür begeistern? Mit Märchen, findet man beim Peißnitzhaus e.V. in Halle (Saale). Gemeinsam mit dem Kindertheater Divadlo MINOR in Prag und der Camphill Community Green Acres in Dublin haben sie vor zwei Jahren das EU-Projekt "Goldene Brücken” ins Leben gerufen. Unterstützung fanden sie dabei durch die EU-Abgeordneten Gisela Kallenbach
Bei diesem Interkulturellen Märchenfestival in drei Ländern wurden den Kindern mit mehrsprachigen interaktiven Theaterstücken oder Hörspielen die jeweils anderen Sprachen näher gebracht. "Wir wollen versuchen, den Kindern über Märchen fremde Kulturen näher zu bringen”, sagte Roland Gebert vom Peißnitzhaus e.V. Gestartet war das Festival im Juli 2007 in Halle (Saale) am Peißnitzhaus. Im Oktober 2007 folgte als zweite Station das Theater Minor in Prag, Tschechien. Seinen Abschluss fand es im Mai 2008 mit der Camphill Community Greenacres in Dublin, Irland.
Über das Festival wird es eine ca. 70minütige DVD geben. Die Eigentliche Filmfassung ist bereits fertig. Jetzt ist man dabei die Beiträge aus den entsprechenden Ländern zu Untertiteln. Wird zum Beispiel tschechisch gesprochen, gibt es englische und deutsche Untertitel.
Entwickelt wurde im Rahmen des Projekts außerdem das interaktive Computerspiel "Das tapfere Schneiderlein auf Europareise" nach Motiven der Gebrüder Grimm. Laut Uli Möbius aus dem Vorstand des Peißnitzhaus-Vereins wurden dabei Elemente von Adventure- und Geschicklichkeitsspielen verwendet. Richten soll es sich an 6 bis 9jährige Kinder. Mit der Maus können sich die Kleinen durch die verschiedenen Level spielen, das tapfere Schneiderlein auf dem Weg zu Königstochter begleiten. Das komplette Spiel kann dabei in englischer, deutscher und tschechischer Sprache durchgespielt werden. Während des Spieles kann ständig per Mausklick zwischen den einzelnen Sprachen umgeschaltet werden. Bestimmte Levels des Spiels sind auch nur in allen drei Sprach zusammen lösbar und fordern damit von den Kindern, sich mit den anderen Sprachen auch auseinander zu setzen. Die Lernsoftware umfasst ein Märchenlexikon und ein Märchenbuch mit drei Märchen, die die Kinder lesen und hören können. Sie lernen dabei die landestypischen Märchenfiguren wie die deutschen Riesen, den tschechischen Teufel und die irischen Elfen kennen.
Gekostet hat die Entwicklung der Software, die bewusst kein Vokabeltrainer sein will, rund 50.000 Euro, die komplett aus EU-Mitteln finanziert wurden. Laut Ulli Möbius war dieser Preis nur durch das ehrenamtliche Engagement der beteiligten Vereinsmitglieder möglich. Normalerweise würde eine solche Software um die 200.000 Euro kosten, hieß es. Vorgestellt wurde dieses Spiel bereits der Europäischen Märchengesellschaft, die Resonanz darauf war positiv. Auch gibt es bereits Anfragen, ob es das Lernspiel auch noch in anderen Sprachen möglich ist. Gesucht werden nun Vertriebspartner, die die Lernsoftware in den drei Ländern auf den Markt bringen.
Außerdem ist geplant, Klassensätze an halleschen Grundchulen kostenlos zu verteilen. Lehrer und Schüler können das Material dabei zur Vorbereitung für ihren Fremdsprachenunterricht und ebenso fachübergreifend verwenden. Bei der Gestaltung und Ideenumsetzung sind ausgebildete Pädagogen des Peißnitzhausverein daran beteiligt gewesen. Auch hierfür werden noch Firmen gesucht, die dieses Projekt tatkräftig und vor allem finanziell unterstützen.
Für die Europa-Abgeordnete Gisela Kallenbach, durch deren Mitwirkung als Schirmherrin das Projekt tatkräftig unterstützt wurde, war das Festival gut geeignet, den europäischen Gedanken zu vermitteln. Aber auch die Lernsoftware ist dafür bestens geeignet. Diese Projekte sind wichtig dafür, dass Europa Schritt für Schritt zusammenrückt. "Ich nehme mit Bewunderung wahr, welche Ideen es gibt, Bildung spielerisch zu vermitteln.” Ihrer Unterstützung des Peißnitzhaus-Vereins begründete Kallenbach damit, dass gerade kleinere Vereine der Bürokratie nicht gewachsen seien und deshalb bei Anträgen auf Fördermittel zumeist leer ausgehen. Das bestätigt auch Roland Gebert: "Wir dachten das Projekt ist eine Nummer zu groß für uns.” Und Frau Kallenbach verfügt durch Ihre Arbeit in Brüssel natürlich über die notwendigen Kontakte in der EU.
Auch eine Sprechpuppe wurde während des Projektes entwickelt. Bei ihr können die Kinder in den Mund schauen und sehen, wie bestimmte englische oder tschechische Begriffe ausgesprochen werden. Durch die bewegliche Zunge sehen Kinder, wie beispielsweise das rollende "R” im tschechischen und das "TH” im englischen im Mund gebildet werden. Besonderst geeignet ist die Puppe dadurch für die Arbeit mit Kindern, die eine Sprachbehinderung haben. Gehörlosen kann dadurch besser verdeutlicht werden wie die Laute zu bilden sind. Einblicke über die Entstehung und Anwendung der Spezialpuppe im Fremdsprachenunterricht an einer Sonderschule für Hörbehinderte sind auf der DVD zu sehen. Derzeit gibt es nur ein Exemplar der Puppe. Doch das könnte sich ändern, auch ein eigenes Projekt daraus zu entwickeln wäre möglich.

Bei diesem Interkulturellen Märchenfestival in drei Ländern wurden den Kindern mit mehrsprachigen interaktiven Theaterstücken oder Hörspielen die jeweils anderen Sprachen näher gebracht. "Wir wollen versuchen, den Kindern über Märchen fremde Kulturen näher zu bringen”, sagte Roland Gebert vom Peißnitzhaus e.V. Gestartet war das Festival im Juli 2007 in Halle (Saale) am Peißnitzhaus. Im Oktober 2007 folgte als zweite Station das Theater Minor in Prag, Tschechien. Seinen Abschluss fand es im Mai 2008 mit der Camphill Community Greenacres in Dublin, Irland.
Über das Festival wird es eine ca. 70minütige DVD geben. Die Eigentliche Filmfassung ist bereits fertig. Jetzt ist man dabei die Beiträge aus den entsprechenden Ländern zu Untertiteln. Wird zum Beispiel tschechisch gesprochen, gibt es englische und deutsche Untertitel.
Entwickelt wurde im Rahmen des Projekts außerdem das interaktive Computerspiel "Das tapfere Schneiderlein auf Europareise" nach Motiven der Gebrüder Grimm. Laut Uli Möbius aus dem Vorstand des Peißnitzhaus-Vereins wurden dabei Elemente von Adventure- und Geschicklichkeitsspielen verwendet. Richten soll es sich an 6 bis 9jährige Kinder. Mit der Maus können sich die Kleinen durch die verschiedenen Level spielen, das tapfere Schneiderlein auf dem Weg zu Königstochter begleiten. Das komplette Spiel kann dabei in englischer, deutscher und tschechischer Sprache durchgespielt werden. Während des Spieles kann ständig per Mausklick zwischen den einzelnen Sprachen umgeschaltet werden. Bestimmte Levels des Spiels sind auch nur in allen drei Sprach zusammen lösbar und fordern damit von den Kindern, sich mit den anderen Sprachen auch auseinander zu setzen. Die Lernsoftware umfasst ein Märchenlexikon und ein Märchenbuch mit drei Märchen, die die Kinder lesen und hören können. Sie lernen dabei die landestypischen Märchenfiguren wie die deutschen Riesen, den tschechischen Teufel und die irischen Elfen kennen.
Gekostet hat die Entwicklung der Software, die bewusst kein Vokabeltrainer sein will, rund 50.000 Euro, die komplett aus EU-Mitteln finanziert wurden. Laut Ulli Möbius war dieser Preis nur durch das ehrenamtliche Engagement der beteiligten Vereinsmitglieder möglich. Normalerweise würde eine solche Software um die 200.000 Euro kosten, hieß es. Vorgestellt wurde dieses Spiel bereits der Europäischen Märchengesellschaft, die Resonanz darauf war positiv. Auch gibt es bereits Anfragen, ob es das Lernspiel auch noch in anderen Sprachen möglich ist. Gesucht werden nun Vertriebspartner, die die Lernsoftware in den drei Ländern auf den Markt bringen.
Außerdem ist geplant, Klassensätze an halleschen Grundchulen kostenlos zu verteilen. Lehrer und Schüler können das Material dabei zur Vorbereitung für ihren Fremdsprachenunterricht und ebenso fachübergreifend verwenden. Bei der Gestaltung und Ideenumsetzung sind ausgebildete Pädagogen des Peißnitzhausverein daran beteiligt gewesen. Auch hierfür werden noch Firmen gesucht, die dieses Projekt tatkräftig und vor allem finanziell unterstützen.
Für die Europa-Abgeordnete Gisela Kallenbach, durch deren Mitwirkung als Schirmherrin das Projekt tatkräftig unterstützt wurde, war das Festival gut geeignet, den europäischen Gedanken zu vermitteln. Aber auch die Lernsoftware ist dafür bestens geeignet. Diese Projekte sind wichtig dafür, dass Europa Schritt für Schritt zusammenrückt. "Ich nehme mit Bewunderung wahr, welche Ideen es gibt, Bildung spielerisch zu vermitteln.” Ihrer Unterstützung des Peißnitzhaus-Vereins begründete Kallenbach damit, dass gerade kleinere Vereine der Bürokratie nicht gewachsen seien und deshalb bei Anträgen auf Fördermittel zumeist leer ausgehen. Das bestätigt auch Roland Gebert: "Wir dachten das Projekt ist eine Nummer zu groß für uns.” Und Frau Kallenbach verfügt durch Ihre Arbeit in Brüssel natürlich über die notwendigen Kontakte in der EU.
Auch eine Sprechpuppe wurde während des Projektes entwickelt. Bei ihr können die Kinder in den Mund schauen und sehen, wie bestimmte englische oder tschechische Begriffe ausgesprochen werden. Durch die bewegliche Zunge sehen Kinder, wie beispielsweise das rollende "R” im tschechischen und das "TH” im englischen im Mund gebildet werden. Besonderst geeignet ist die Puppe dadurch für die Arbeit mit Kindern, die eine Sprachbehinderung haben. Gehörlosen kann dadurch besser verdeutlicht werden wie die Laute zu bilden sind. Einblicke über die Entstehung und Anwendung der Spezialpuppe im Fremdsprachenunterricht an einer Sonderschule für Hörbehinderte sind auf der DVD zu sehen. Derzeit gibt es nur ein Exemplar der Puppe. Doch das könnte sich ändern, auch ein eigenes Projekt daraus zu entwickeln wäre möglich.

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